Tod

Der Tod kommt bald, er steckt uns schon in den Knochen. Und dann?
Was ist dieser Körper für ein merkwürdiges Ding! Die Empfindungen dieses Körpers sind wie Wolken im Irgendwo – durchwoben von Sprachfetzen, Intuitionen und einem seltsamen Hintergrundleuchten, das außerhalb und identisch mit den drei Welten sein mag, will ich hoffen, kleingeistig und ängstlich an die Zeit gekrallt: Möge ich ewig dauern! Nicht zu Ende gedacht habe ich diesen Gedanken, sonst würde ich ihn verwerfen. Hier zwischen „drinnen“ und „draußen“ findet „die Welt“ statt. Ursache und Wirkung in unendlichen Ketten werden kurz, sehr kurz, jetzt sichtbar wie Rauch im Licht eines Lasers, werden sichtbar, tastbar, fühlbar, riechbar, man kann sie schmecken, und Erkennen findet statt – für die Dauer eines Blitzes – sie hinterlassen leuchtende Spuren reinen, betörenden, verlockenden, wundervollen Giftes. Aus was bestünde ich sonst wenn nicht aus diesen Spuren? Als wären Empfinden und Denken etwas anders als Gifte unterschiedlichster Süße! Als wären diese Kategorien letztlich verschieden! Sie alle sind aus dem gleichen Stoff gewoben. Zerreißt dieser Stoff, zerreißt dieses Wollen, was bleibt dann als Blindheit und Fühllosigkeit, als traumloser Schlaf ohne Erwachen? Traum – Erwachen, hier – dort, süß – bitter, kurz – lang: Weg damit! Weg damit! Weg damit! Nur für einen Augenblick und in aller Deutlichkeit!

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