Taubheit

Das hier habe ich gesehen.

Wenn es euch langweilt, geht weiter.

Ich habe etwas herausgefunden: Wenn es leiser wird, reden manche Dinge in einer anderen Sprache.

Als wären sie den Worten entkommen.

Als könnten sie nun freier atmen – oder ich.

Wahrscheinlich reden alle Dinge – nur kann ich die meisten nicht hören.

Wenn ich hören sage, meine ich sehen.

Wenn ich sehen sage, meine ich riechen.

Und fühlen – und erinnern.

Alles was von außen nach innen kommt.

Ich laufe durch die Gegend – Stadt oder Land.

Ich nehme, wiege, werfe weg oder behalte.

Ein Windstoß kommt.

Ich nehme ihn und zerreibe ihn zwischen den Fingern, reibe mir das Zahnfleisch damit ein.

Ich mache das mit: Blatt, Haus, Wolke, Mond, Lied, Brust, Wald, Gefühl, Zeichen, Wert, Bedeutung, Schweiß, Atem, Gold, Sex, Gewinn, Weinen und Gericht.

Das ist eine tief sitzende Sucht.

Eine Taubheit.

Macht alles zunichte, wird zu Gold, wenn man es berührt.

Ich bin den Überdruss gründlich satt.

Beim Überdruss ist alles so laut, dass es still wird.

Und wenn es dann wirklich still ist, ist die Angst groß.

Wenn alles vor lauter Fressen und Kotzen immer leerer wird.

Dann kommt die Angst vor dem Verhungern.

Das ist ein guter Anfang.

Das Maul halten.