Versuch über die Buddhanatur.

Wo?

Hier und dort, weder hier noch dort, sondern diesseits von hier und dort, wie das Blatt weit entfernt an dem Baum absolut hier ist und näher noch als hier.

Wie?

Wie die zehntausend Dinge, in zehntausend Farben und zehntausend Formen. Wie alles von hier bis zum äußeren Rande des dort. Zehntausend ist bei weiten zu wenig, aber banal genug für die Vorstellung. Anders als Milliarden oder Myriaden. Das ist richtig ,aber zu wenig profan. Denn die Buddhanatur ist völlig alltäglich. Alles ist davon durchsonnt, durchströmt. Der Duft ist überall. Jede Berührung, jeder Geschmack.

Wann?

Weder Gestern noch Morgen, weder eben noch gleich, und auch jetzt ist sie nicht, dafür aber immer – um Haaresbreite (und noch unendlich dünner) noch nicht Vergangenheit und unendlich knapp nicht mehr jetzt. Dort aber sehr beständig und maximal instabil. Reine Resonanz und dass Resonanz sein kann.

Was?

Die Himmel wird sichtbar, wenn die Wolken verschwinden. Die Buddhanatur ist aber Himmel und Wolken, und dass Himmel und Wolken sind.

Die Buddhanatur ist weder Subjekt noch Objekt, ist zugleich Subjekt und Objekt und sie ist, dass Subjekt und Objekt sind. Auch das ist das gleiche. Ohne die Buddhanatur gäbe es weder Materie noch Geist. Die Buddhanatur ist, dass es etwas gibt und dass es nichts gibt. Weder bringt die Materie den Geist hervor, noch ist es umgekehrt. Beides ist, weil die Buddhanatur ist, aber dennoch bringt die Buddhanatur weder Geist noch Materie hervor, denn sie ist Geist, ist Materie, weder Geist noch Materie, zugleich Geist und Materie.

Die Buddhanatur ist Geist, ist Materie, ist weder Geist noch Materie, ist zugleich Geist und Materie und ist das, dass Geist und Materie sind. Aber das ist das gleiche.

Die Buddhanatur ist vor dem, was die Buddhanatur ist, und ist, dass es davor und dahinter gibt.

Es gibt nichts, das weiter reichen würde und ist zugleich näher, als ich für mich selbst nahe bin. Darum existiert dieses Ich nur als Inhalt einer Vorstellung, ständig verwehender Rauch, eine immerwährend im Platzen begriffene Seifenblase.

Die Buddhanatur kennt weder hier noch dort, ist aber, dass hier und dort sind und zum Erlebten werden.

Die Buddhanatur ist Bewusstsein und ist, dass Bewusstsein sich bewusst wird, und ist zugleich nie Inhalt von Bewusstheit, weil sie immer Gefäß ist. Sie ist genauer gesagt weder Gefäß noch Inhalt auch beides zusammen nicht. Dir Buddhanatur ist aber, dass Gefäß und Inhalt überhaupt sind.

Weil die Buddhanatur ist, hat der Ausdruck „etwas existiert“ einen Sinn.
Die Buddhanatur ist inflationär und man findet sie dennoch nur sehr selten und dann aber immer und überall, aber auch das nur potenziell und selten als Ahnung real. Dennoch ist das Glück nicht zu überbieten, und sei es auch nur der winzigste Bruchteil eines Augenblicks. Wiegt Berge von Reichtum auf. Aber auch das ist nur eine Seite. Glück erzeugt Unglück, nicht als Ursache aber als Begriff bringt das eine das andere hervor. Die Buddhanatur ist frei von Begriffen. Darum ist das auch alles Unsinn hier. Zeitvertreib.

Meister Dogen:

 Erst ist der Berg, dann ist der Berg nicht mehr und am Ende ist er wieder.

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